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Author Topic: Das (deutsche) Langeweilietopic  (Read 43325 times)

DerImperator

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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2520 on: January 14, 2012, 11:23 am »

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(wenngleich es wohl wahr ist, aber das darf er einfach nicht sagen)

Quote
Ich fand ja den Bundespräsident Köhler viel besser, er hätte auch ruhig bleiben können.
Hab ich gar nicht gelesen gehabt ^^ Nebenbei. Da wir vorhin das Thema Guttenberg hatten: Der bitte doch auch zurück. War doch nur seine Doktorarbeit, bei der er da plagiiert hat, was hat denn das mit seiner Politik zu tun? </Extremer Sarkasmus>

Köhler machte in diesem Moment, wo er seinen größten Fehler für seine politische Karriere tat, endlich mal den Mund auf und sagte was Sache ist. Man darf dies in seiner Position nicht ausdrücken - das hat er eingesehen und ist ja auch zurückgetreten. Aber allein schon seine Einsicht hat ihn entschuldigt und verdient deswegen Respekt. Kein Mensch ist perfekt und ich persönlich könnte ihm diesen "Fehler" problemlos verzeihen. Er hätte aus meiner Sicht nicht zurücktreten müssen. Eine öffentliche, ehrliche Entschuldigung für seine Äußerungen hätte genügt.

Zum Thema Wulff:
Er versuchte eine gewisse Korruption zu vertuschen, er hätte sich selbst anzeigen können für seine Taten, aber das hat er nicht. Er versucht sogar immer noch, alles zu vertuschen. Und dabei müsste selbst ihm klar sein, dass er am Ende ist. Mittlerweile hat er auch wild um sich geschossen, einem Teil der Presse sogar gedroht. Und DIESE DROHUNG ist ein Angriff auf die Pressefreiheit. Er muss zurücktreten.
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2521 on: January 14, 2012, 03:43 pm »

Quote
(wenngleich es wohl wahr ist, aber das darf er einfach nicht sagen)

Quote
Ich fand ja den Bundespräsident Köhler viel besser, er hätte auch ruhig bleiben können.
Hab ich gar nicht gelesen gehabt ^^ Nebenbei. Da wir vorhin das Thema Guttenberg hatten: Der bitte doch auch zurück. War doch nur seine Doktorarbeit, bei der er da plagiiert hat, was hat denn das mit seiner Politik zu tun? </Extremer Sarkasmus>

Köhler machte in diesem Moment, wo er seinen größten Fehler für seine politische Karriere tat, endlich mal den Mund auf und sagte was Sache ist. Man darf dies in seiner Position nicht ausdrücken - das hat er eingesehen und ist ja auch zurückgetreten. Aber allein schon seine Einsicht hat ihn entschuldigt und verdient deswegen Respekt. Kein Mensch ist perfekt und ich persönlich könnte ihm diesen "Fehler" problemlos verzeihen. Er hätte aus meiner Sicht nicht zurücktreten müssen. Eine öffentliche, ehrliche Entschuldigung für seine Äußerungen hätte genügt.

Zum Thema Wulff:
Er versuchte eine gewisse Korruption zu vertuschen, er hätte sich selbst anzeigen können für seine Taten, aber das hat er nicht. Er versucht sogar immer noch, alles zu vertuschen. Und dabei müsste selbst ihm klar sein, dass er am Ende ist. Mittlerweile hat er auch wild um sich geschossen, einem Teil der Presse sogar gedroht. Und DIESE DROHUNG ist ein Angriff auf die Pressefreiheit. Er muss zurücktreten.

Köhler ist mit nichten sofort zurückgetreten.
erst musste massiver politischer und medialer druck auseübt werden, damit er seinen sessel räumte.
und eine entschuldigung hätte eben nicht gereicht in diesem fall.

was wulff angeht:
korruption - zu verurteilen
einem redakteur "drohen" - da ist er sicher nicht der erste mensch, und wieviel macht er tatsächlich hat um seine drohungen wahr zu machen, sei einmal kritisch hinterfragt. diese drohung gleich als einen angriff auf die pressefreiheit zu werten, während viel viel schlimmere dinge zeitgleich öffentlich presse- meinungs- & informationsfreiheit, so wie persönliche freiheit und das recht auf privatspähre aushebeln ist doch ein wenig scheinheilig imho
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2522 on: January 14, 2012, 04:12 pm »

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dass Machtpersonen versuchen die Wahrheit nicht in allen vollen Längen - soweit man bei der Bild davon überhaupt sprechen darf - an Tageslicht zu bringen, finde ich persönlich bei manchen dingen gar nicht soooo schlimm. aber gut, ich habe mich mit diesem explizitem fall nicht auseinandergesetzt, denke dass es hierbei aber wohl weniger um zensur, als um verschleierung gehen dürfte.

Verschleierung ist meiner Meinung nach noch schlimmer als Zensur, da es erstens die Presse versucht in ihrere Freiheit versucht einzuschränken (also zum einen eine Art der Zensur)  und zweitens in diesem Fall mit Korruption zu tun hat.

Quote
köhlers aussage hatte dagegen ein ganz anderes kaliber: er machte international abglehnte und verurteilte politik salonfähig und rechtfertigte den tod von tausenden menschen mit der wahrung von wirtschaftsinteressen und der sicherung der machtpolitischen stellung deutschlands in der welt
Moment moment, das ist keine international abgelehnte Politik. Das ist popularistisch abgelehnte Politik. International wird doch genau DIESE Politik betrieben. Salonfähig heißt in diesem Fall nur: Er hat endlich mal gesagt, was so ziemlich alle denken und die Politiker machen. Verwerflich finde ich dann nur, dass er so dann doch um die Zeit seiner Abdankung schnell abgewiegelt hat und sich vielfach entschuldigt hat und die Medien das widerstandslos akzeptiert haben. Anstatt dass man mal wirklich NACHFRAGT oder hinterfragt oder diskutiert, oder was auch immer, nein, dieses Thema ist ein Tabu-Thema. Und so hat Köhlers weit-aus-dem-Fenster-lehnen nur dazu geführt, dass dieser den Hut nehmen musste und ansonsten alles beim Alten geblieben ist.

Quote
JEDE person öffentlichen interesses würde derart intervenieren und es geschieht auch wohl jeden tag.
in beziehung zu köhler will ich wikipedia zitieren: "Dagegen beurteilte der frühere Richter am Bundesverfassungsgericht Dieter Grimm den Anruf differenziert, aber Wulff habe damit „nicht gegen das Grundgesetz verstoßen“."
das ist der punkt mMn. Köhler hat gegen die deutsche Verfassung verstoßen, zmd kann man es so auffassen - Wulff wollte bloß eine Peinlichkeit aus seinem Leben nicht mit der gesamten Öffentlichkeit teilen - und wer das Niveau der Bild kennt - wer könnte es ihm verübeln...
Hui, ist mir ganz neu, dass es inzwischen Alltag ist, dass Journalisten/Zeitschriftenherstellern gedroht wird etwas nicht zu veröffentlichen. Und du hast es natürlich auch wieder schön ausgedrückt: "zmd kann man es so auffassen" - Köhler hat nur Tatsachen festgestellt, die aber nicht von ihm beschlossen wurden. Von daher hat nicht ER gegen das GG verstoßen. Wenn man jedoch versucht die Presse zu beeinflussen, dann IST das ein Verstoß gegen das GG.

Quote
Den Vgl mit SOPA & Protect IP finde ich an dieser Stelle ein wenig unpassend, stellen die beiden Gesetze doch einen blo´ßen Kniefall vor dem Geld der Urheberrechtslobby und ihrer 150 jahre alten Geschäftsauffassung dar. Es geht hierbei viel weniger um Zensur, als um einen Haufen Geld.
Sorry, hab mich da wohl ein bisschen ungenau ausgedrückt: Es ging mir primär um die Zensur im Allgemeinen und dass die Leute heutzutage überempflindlich auf alle Äußerungen gegen die Meinungsfreiheit/Pressefreiheit/Zensurfreiehit reagieren.

Quote
BtW: auch bei Köhler gab es diesen "Informationsauftrag der wahrgenommen wurde" - der einfache deutsche staatsbürger, fleißig u tüchtig, der keine zeit hat, jedes wort in die waagschale zu werfen, hätte sich an köhlers aussage - ohne die große mediale berichterstattung & information - wohl wahrscheinlich gar nicht gestoßen
Ohja, genau diese Einstellung hat uns zu dem geführt wo wir heute sind. Investigativer Journalismus endet nicht damit, einfach nur zweifelhafte Sätze zu zitieren, sondern diese auch zu HINTERFRAGEN. Sachlich und klar über die Hintergründe etc. berichten. Wie kommt es denn, dass keine große Grundsatzdiskussion über Außenpolitik und ob sie nicht dem Neo-Imperialismus entspricht, ausgebrannt ist? Weil das deutsche Volk zunehmend Politikentmündigt wird. Und ich glaube das gilt für alle Länder. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn Nachrichtenmagazine, wie die Tagesschau o.ä. nur den Satz zitieren, ohne ihn zu hinterfragen, es ist schließlich wirklich nicht die Aufgabe dieser, für politische Aufklärung usw. zu sorgen. ABer was mich dann schon stört, ist die Tatsache, dass das absolut NIRGENDSWO Platz hatte. Stattdessen: Geschunkel auf allen öffentlich-rechtlichen Kanälen, durchmixt mit Schnulzenserien, während uns die privaten Sender mit Assi-TV und schönen Hollywood-Actionfilmen geistig erfreuen und fordern. NICHT. Wie zum Teufel soll da eine politische Bildung und Mündigkeit bei den Jugendlichen entstehen? Ist es wirklich ein Wunder, dass kaum Leute gegen den Afghanistaneinsatz protestierten? Oder dass eben sich NICHT gefragt wurde, ob wir nicht wirklich genau das betreiben - Neo-Imperialismus?
Ein was noch nebenbei: Wir behandeln gerade in Geschichte die Zeit nach Bismarck und vor dem 1. WK. Bismarck wird ja vorgeworfen, ein politisch und demokratisch völlig unmündiges Volk hinterlassen zu haben, das an Demokratie eigentlich völlig desinteressiert war und nichts damit anfangen konnte. Auch wenn ich für den Vergleich sicher gleich wieder Haue von porgi kriege (aber ich denke nun mal eben ziemlich schlecht von der Welt :P), aber werden wir nicht zunehmend, was das Politikinteresse angeht, dem deutschen Kaiserreich von vor 1914 wieder ähnlich? Die Wahlbeteiligung ist schon auf unter 75% gesunken und anhand der Einschaltquoten und Sendeschaltungen der Sender könnte man vermuten, dass es auch keinen mehr juckt, was die Politik so treibt...und wenn ich mich so in meiner Altersklasse umhöre, dann IST das auch wirklich so...

Noch einmal aber zu Wulff zurück: Er hat wirklich die Pressefreiheit versucht zu beschneiden, wenn auch nur privat, aber mit den Mitteln eines BPräsidenten. Damit HAT er meiner Meinung nach gegen das GG verstoßen und es ist wurscht, was das für eine Bagatelle war, oder ob das ein Artikel der Bild war (ja ich stimme zu, was in der BILD steht, will man wirklich nicht unbedingt veröffentlicht sehen). Denn wenn es im Kleinen klappt, dann klappts auch sicher in naher Zukunft auch im Großen. Und da wären wir dann bei absoluter Pressezensur. Nein danke.
« Last Edit: January 14, 2012, 04:33 pm by Shimrra »
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2523 on: January 14, 2012, 05:02 pm »

Also so lange Posts hab ich hier drin ja nich nie gesehn :wink:


Also ob Wulff zurücktritt ist mir egal aber Guttenberg war echt ein guter Politiker ich hätte ihn sogar zum
Bundeskanzler gewählt dann wär aus Deutschland vielleicht noch was geworden aber Merkel bringts einfach nich.
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2524 on: January 14, 2012, 05:28 pm »

Quote
Also ob Wulff zurücktritt ist mir egal aber Guttenberg war echt ein guter Politiker ich hätte ihn sogar zum
Bundeskanzler gewählt dann wär aus Deutschland vielleicht noch was geworden aber Merkel bringts einfach nich.

Zumindestens dazu hab ich mich schon mal geäußert gehabt...ein Mann, der eine Doktorarbeit zu nahezu 50% plagiiert hat, ist eine Schande, sowohl als Privatperson, als auch als Politiker. Erst Recht als Politiker um genau zu sein. Ich verstehe nicht, wieso alle Guttenberg zurück haben wollen, offenbar reicht schon ein kleines bisschen Charisma und nen großes bisschen Gel im Haar um ein Spitzenpolitiker zu sein...
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2525 on: January 14, 2012, 06:08 pm »

ob intl anerkannt oder nicht, im europäischen kontext ist imperialismus - eben speziell von einer großmacht mit imperialistischer geschichte - eine abgelehnte politik.
und wer betreibt denn heute noch effektiv imperialismus? China. Vllt. die USA.
Speziell verstößt   KÖhler gegen das Deutsche GG, welches militärische Gewalt nur zur Selbstverteidigung D erlaubt - und warum das so ist, muss ich hierbei nciht lange ausführen.

Einem Journalisten zu drohen - das ist eine Bagatelle mMn im Gegensatz dazu. Es ist nicht der feine Ton und gehört sich nicht, aber warum bei Köhler eine Entschuldigung reichen würde, bei Wulff aber nicht ist mir nicht ganz klar.

Was die Politikmündigkeit betrifft: Wir beobachten in Eurpa eine zunehmende Politikmüdigkeit, gepaart mit der Verknappung der Zitationsweise von Informationsmedien (die du ja gar nicht sooo schlimm findest) bietet das dann reichlich Nährboden für Populisten.

Was Guttenberg betrifft: Das Schwein soll brennen! XD
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2526 on: January 14, 2012, 06:37 pm »

Hm, okay da gehen unsere Meinungen auseinander. Wie gesagt, ich finds nicht so schlimm weils jedes Land ja irgendwie irgendwo versucht...es ist daher meiner Meinung nach keine von der Politik abgelehnte Politik, sondern von der Öffentlichkeit. Daher finde ich ehrlich gesagt Zensur viel schlimmer, weil ich das persönlich mehr ablehne, als dass Köhler einfach nur die Wahrheit auf eine unangemessene Weise kundgetan hat. Natürlich stimme ich zu: So eine Aussage ist in der Gesellschaft unhaltbar und natürlich ist es klar, dass er zurücktreten musste, aber ehrlich gesagt find ich seinen Rücktritt sinnlos, weil sich ja trotzdem keine Soldaten irgendwo zurückgezogen haben.

Hm...ich bin mir nicht sicher ob das inzwischen die reine Müdigkeit nur noch ist. Auch die jungen Leute, die ja noch nie an der Politik teilgenommen haben, wählen auch kaum noch und interessieren sich nicht mehr für ihr Land...bzw. wenn sie mal ne Meinung zur Politik haben, dann ist es sowas wie "Guttenberg zurück", "Antiterrorgesetze", oder "Köhler for president"...ist das bei euch in Ö ähnlich? Auch aufgefallen ist mir, dass in der Gruppe der Nicht-Gymnasiasten (Also öffentliche Schuleinrichtung, damit meine ich also Hauptschule/Regelschule/Sonderschule/etc.) die BILD als DIE Zeitung angesehen wird...zmd. was ich so von meinen Freunden höre...sollte die BILD also mal wieder mit einer ihrer Fett-Schlagzeilen zum totalen Krieg aufrufen, ich weiß nicht, ob dem nicht sogar die eben genannte Gruppe teilweise folgen würde...*schauder*
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2527 on: January 14, 2012, 08:43 pm »

Moment moment, das ist keine international abgelehnte Politik. Das ist popularistisch abgelehnte Politik. International wird doch genau DIESE Politik betrieben. Salonfähig heißt in diesem Fall nur: Er hat endlich mal gesagt, was so ziemlich alle denken und die Politiker machen. Verwerflich finde ich dann nur, dass er so dann doch um die Zeit seiner Abdankung schnell abgewiegelt hat und sich vielfach entschuldigt hat und die Medien das widerstandslos akzeptiert haben. Anstatt dass man mal wirklich NACHFRAGT oder hinterfragt oder diskutiert, oder was auch immer, nein, dieses Thema ist ein Tabu-Thema. Und so hat Köhlers weit-aus-dem-Fenster-lehnen nur dazu geführt, dass dieser den Hut nehmen musste und ansonsten alles beim Alten geblieben ist.

Das entspricht größten Teils meiner Meinung.

ABer was mich dann schon stört, ist die Tatsache, dass das absolut NIRGENDSWO Platz hatte. Stattdessen: Geschunkel auf allen öffentlich-rechtlichen Kanälen, durchmixt mit Schnulzenserien, während uns die privaten Sender mit Assi-TV und schönen Hollywood-Actionfilmen geistig erfreuen und fordern. NICHT. Wie zum Teufel soll da eine politische Bildung und Mündigkeit bei den Jugendlichen entstehen?
Normalerweise sind Medien nicht darauf aus, die Menschen zu informieren, sondern Geld zu verdienen. Wenn Informierung diesem Ziel dienlich ist, wird sie auch angewandt. Wenn dem nicht so ist, dann wird sie nicht angewandt.

Ein was noch nebenbei: Wir behandeln gerade in Geschichte die Zeit nach Bismarck und vor dem 1. WK. Bismarck wird ja vorgeworfen, ein politisch und demokratisch völlig unmündiges Volk hinterlassen zu haben, das an Demokratie eigentlich völlig desinteressiert war und nichts damit anfangen konnte.

An der Demokratie völlig desinteressiert find ich ein klein wenig übertrieben. Unser alter Wilhelm wollte ein Reich aufbauen, dass auf der ganzen Welt vertreten sein sollte. Durch die jahrelange Verpreußung, die mit Wilhelm II noch stärker zunahm, war das deutsche Volk mit diesem Ziel durchaus einverstanden und auch recht kriegslustig. Der Kaiser zog das Reich in einen Krieg hinein, den das Volk eigentlich nicht wollte. Die Stimmen dagegen waren aber leise, weil die Menschen dachten: "Jo, die Militärs, die Politker und vor allem der Kaiser wissen schon was sie tun"
Man sollte es dem Volk auch nicht verübeln, weil es im Grunde über Jahrhunderte nichts anderes gewöhnt war. Die Revolution von 1848/49 ein bedeutener Schritt in die Demokratie. Doch die Ablehnung der Krone Friedrich Wilhelms IV ließ die Revolution scheitern und schickte die einfachen Leute politisch dorthin zurück, wo sie waren. Jetzt vom Dt. Kaiserreich zur Märzrevolution, ich schweife lieber ab

ob intl anerkannt oder nicht, im europäischen kontext ist imperialismus - eben speziell von einer großmacht mit imperialistischer geschichte - eine abgelehnte politik.
und wer betreibt denn heute noch effektiv imperialismus? China. Vllt. die USA.
Speziell verstößt   KÖhler gegen das Deutsche GG, welches militärische Gewalt nur zur Selbstverteidigung D erlaubt - und warum das so ist, muss ich hierbei nciht lange ausführen.

Moment, Köhler hat sich formell unhaltbar ausgedrückt. Aber er führt doch nicht diesen Krieg. Richtig, die Bundeswehr darf keinen Angriffskrieg führen, allerdings wird von der NATO auf gut deutsch gesagt, Krieg gefordert.
Zu Zeiten des kalten Krieges war die BRD ja auf die NATO angewiesen, ohne sie wäre BRD auf sich allein gestellt gegen den russischen Bären. Dann brach die UdSSR zusammen und die Bundeswehr musste sich plötzlich nicht mehr einer Supermacht stellen. Die deutschen Truppen waren nun frei und die liebe NATO kommt bald und sagt: "Ach, habt ihr hier nix mehr zu tun? Dann kommt mal mit, wir brauchen Bündnishilfe" Es ist irrelevant, welche Zustimmung seitens der deutschen Politik an dieser Bündnishilfe fand, aber Deutschland musste sich ihr fügen.

Einem Journalisten zu drohen - das ist eine Bagatelle mMn im Gegensatz dazu. Es ist nicht der feine Ton und gehört sich nicht, aber warum bei Köhler eine Entschuldigung reichen würde, bei Wulff aber nicht ist mir nicht ganz klar.

Es ist nicht nur der feine Ton, es ist ein Angriff auf die Pressefreiheit. So meiner Ansicht nach.
Warum bei Köhler eine Entschuldigung reichen würde? Er führte in seinen Jahren als Bundespräsident eine relativ lupenreine Karriere, er hat sich bewährt. Einen solchen Mann als Politiker möchte ich zumindest nicht verlieren.

Und Wulff: Ich glaube nicht, dass in den Medien Österreichs so stark über ihn diskutiert wird, wie in Deutschland. Seine große Unbeliebtheit bei der Bevölkerung ist durch die Medien maßgeblich provoziert worden: Wie würdest du es denn finden, wenn jeden Tag in den Nachrichten aller österreichischen Sender über das Staatsoberhaupt gesprochen wird; den Mist, den er vor einiger Zeit gebaut hat; seine Versprechungen alle darüber aufzuklären, obwohl das die Medien dann wieder selber tun dürfen, und am nächsten Tag an die alte Meldung 3 neue Worte anzuhängen?

Jedenfalls, für mich steht fest: Er muss zurücktreten, vielleicht sogar von anderer Seite seines Amtes enthoben werden und zur Rechenschaft gezogen werden.
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2528 on: January 14, 2012, 09:01 pm »

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An der Demokratie völlig desinteressiert find ich ein klein wenig übertrieben. Unser alter Wilhelm wollte ein Reich aufbauen, dass auf der ganzen Welt vertreten sein sollte. Durch die jahrelange Verpreußung, die mit Wilhelm II noch stärker zunahm, war das deutsche Volk mit diesem Ziel durchaus einverstanden und auch recht kriegslustig. Der Kaiser zog das Reich in einen Krieg hinein, den das Volk eigentlich nicht wollte. Die Stimmen dagegen waren aber leise, weil die Menschen dachten: "Jo, die Militärs, die Politker und vor allem der Kaiser wissen schon was sie tun"
Man sollte es dem Volk auch nicht verübeln, weil es im Grunde über Jahrhunderte nichts anderes gewöhnt war. Die Revolution von 1848/49 ein bedeutener Schritt in die Demokratie. Doch die Ablehnung der Krone Friedrich Wilhelms IV ließ die Revolution scheitern und schickte die einfachen Leute politisch dorthin zurück, wo sie waren. Jetzt vom Dt. Kaiserreich zur Märzrevolution, ich schweife lieber ab
Würde ich widersprechen. Bismarck hat quasi die komplette Politik im Staat übernommen, alle Entscheidungen getroffen, unabhängig davon wer im Reichstag saß...Wilhelm I. war eine Marionette, mit nen paar Militärmärschen als Zeichen seiner Macht zufrieden. Somit war die Institution, die das Volk vertreten sollte (der Reichstag) quasi sinnlos, weswegen die Leute sich auch nicht um die Politik (also wie vorher) scherten. Das und natürlich der fleißig geschürte Patriotismus, sowie die Hoffnung auf einen (erneuten) schnellen Sieg führten dazu, dass es gegen den 1. WK kein Widerspruch anfangs gab (Burgfrieden). Dass das Volk quasi demokratisch und politisch unmündig war, zeigt auch meiner Meinung nach sehr gut die Karikatur zur Entlassung Bismarcks. Ich darf an die Bildunterschrift erinnern: "Der Lotse verlässt das Schiff". Genau das war Bismarck unter Wilhelm I.: Der Lotse des deutschen Reiches, auf den sich alle verließen. Nicht der Kaiser. Wilhelm II. war der Kaiser, der dann versucht hat, das Ruder zu übernehmen und Politik und Krieg zu spielen. Natürlich haben sich die Leute dann auch auf ihn verlassen, war er doch schließlich quasi der neue "Bismarck" in den Augen des Volkes - ein starker "Führer".

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Jawoll. Dafür werde ich mal GEZ-Gebühren bezahlen. Ein Hoch auf unser Mediensystem!

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Warum bei Köhler eine Entschuldigung reichen würde? Er führte in seinen Jahren als Bundespräsident eine relativ lupenreine Karriere, er hat sich bewährt. Einen solchen Mann als Politiker möchte ich zumindest nicht verlieren.
Hmm..kann dem leider nicht ganz zustimmen. Eine Entschuldigung würde vielleicht oberflächlich gegen den Neo-Imperialismus, den er da postuliert hat, entgegenwirken, aber als "Entschuldigung" von ihm würde ich nur akzeptieren, wenn er offenlegen würde, wieso die Kriege geführt werden (also wegen Imperialismus). Ansonsten wäre die Entschuldigung überflüssig, da es keine wäre. Des weiteren kann sich die Politik es sich nicht leisten, Köhler weiterzubeschäftigen, würde man doch damit offiziell den Neo-Imperialismus anerkennen. Heuchelei ists natürlich, keine Frage, aber trotzdem denke ich sind dies die beiden Gründe, weswegen bei Köhler bei Weitem keine Entschuldigung ausreichen würde.
Achja eines noch...Köhler war ja relativ lange BPräsident, aber so wirklich von ihm was gehört hat man nicht...ja er hat seinen Job ansonsten ohne größere Makel gemacht, aber auch nicht gerade einen glänzenden Eindruck hinterlassen - ich würde sagen, er war nur ein durchschnittlicher BPräsident, also braucht er von mir aus nicht zurückzukommen...Wulff kann ich zwar noch weniger leiden, aber nen anderer BPräsident wäre mir definitiv lieber als Köhler.

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Es ist nicht nur der feine Ton, es ist ein Angriff auf die Pressefreiheit. So meiner Ansicht nach.
Stimme ich zu.

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Und Wulff: Ich glaube nicht, dass in den Medien Österreichs so stark über ihn diskutiert wird, wie in Deutschland. Seine große Unbeliebtheit bei der Bevölkerung ist durch die Medien maßgeblich provoziert worden: Wie würdest du es denn finden, wenn jeden Tag in den Nachrichten aller österreichischen Sender über das Staatsoberhaupt gesprochen wird; den Mist, den er vor einiger Zeit gebaut hat; seine Versprechungen alle darüber aufzuklären, obwohl das die Medien dann wieder selber tun dürfen, und am nächsten Tag an die alte Meldung 3 neue Worte anzuhängen?
Naja...ich schaue kaum Medien, ich lese fefe's Blog und sehe die Nachrichten bei gmx nebenbei, wenn ich mich einlogge. Die Unbeliebtheit kam eher daher, weil er auf die Vorwürfe nicht reagiert hat, sondern die Haltung an den Tag gelegt hat, wie "Leckt mich, ich stehe über euch". So zumindestens denke ich über ihn.
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« Reply #2529 on: January 14, 2012, 09:11 pm »

Moment moment, das ist keine international abgelehnte Politik. Das ist popularistisch abgelehnte Politik. International wird doch genau DIESE Politik betrieben. Salonfähig heißt in diesem Fall nur: Er hat endlich mal gesagt, was so ziemlich alle denken und die Politiker machen. Verwerflich finde ich dann nur, dass er so dann doch um die Zeit seiner Abdankung schnell abgewiegelt hat und sich vielfach entschuldigt hat und die Medien das widerstandslos akzeptiert haben. Anstatt dass man mal wirklich NACHFRAGT oder hinterfragt oder diskutiert, oder was auch immer, nein, dieses Thema ist ein Tabu-Thema. Und so hat Köhlers weit-aus-dem-Fenster-lehnen nur dazu geführt, dass dieser den Hut nehmen musste und ansonsten alles beim Alten geblieben ist.

Das entspricht größten Teils meiner Meinung.

ABer was mich dann schon stört, ist die Tatsache, dass das absolut NIRGENDSWO Platz hatte. Stattdessen: Geschunkel auf allen öffentlich-rechtlichen Kanälen, durchmixt mit Schnulzenserien, während uns die privaten Sender mit Assi-TV und schönen Hollywood-Actionfilmen geistig erfreuen und fordern. NICHT. Wie zum Teufel soll da eine politische Bildung und Mündigkeit bei den Jugendlichen entstehen?
Normalerweise sind Medien nicht darauf aus, die Menschen zu informieren, sondern Geld zu verdienen. Wenn Informierung diesem Ziel dienlich ist, wird sie auch angewandt. Wenn dem nicht so ist, dann wird sie nicht angewandt.

Ein was noch nebenbei: Wir behandeln gerade in Geschichte die Zeit nach Bismarck und vor dem 1. WK. Bismarck wird ja vorgeworfen, ein politisch und demokratisch völlig unmündiges Volk hinterlassen zu haben, das an Demokratie eigentlich völlig desinteressiert war und nichts damit anfangen konnte.

An der Demokratie völlig desinteressiert find ich ein klein wenig übertrieben. Unser alter Wilhelm wollte ein Reich aufbauen, dass auf der ganzen Welt vertreten sein sollte. Durch die jahrelange Verpreußung, die mit Wilhelm II noch stärker zunahm, war das deutsche Volk mit diesem Ziel durchaus einverstanden und auch recht kriegslustig. Der Kaiser zog das Reich in einen Krieg hinein, den das Volk eigentlich nicht wollte. Die Stimmen dagegen waren aber leise, weil die Menschen dachten: "Jo, die Militärs, die Politker und vor allem der Kaiser wissen schon was sie tun"
Man sollte es dem Volk auch nicht verübeln, weil es im Grunde über Jahrhunderte nichts anderes gewöhnt war. Die Revolution von 1848/49 ein bedeutener Schritt in die Demokratie. Doch die Ablehnung der Krone Friedrich Wilhelms IV ließ die Revolution scheitern und schickte die einfachen Leute politisch dorthin zurück, wo sie waren. Jetzt vom Dt. Kaiserreich zur Märzrevolution, ich schweife lieber ab

ob intl anerkannt oder nicht, im europäischen kontext ist imperialismus - eben speziell von einer großmacht mit imperialistischer geschichte - eine abgelehnte politik.
und wer betreibt denn heute noch effektiv imperialismus? China. Vllt. die USA.
Speziell verstößt   KÖhler gegen das Deutsche GG, welches militärische Gewalt nur zur Selbstverteidigung D erlaubt - und warum das so ist, muss ich hierbei nciht lange ausführen.

Moment, Köhler hat sich formell unhaltbar ausgedrückt. Aber er führt doch nicht diesen Krieg. Richtig, die Bundeswehr darf keinen Angriffskrieg führen, allerdings wird von der NATO auf gut deutsch gesagt, Krieg gefordert.
Zu Zeiten des kalten Krieges war die BRD ja auf die NATO angewiesen, ohne sie wäre BRD auf sich allein gestellt gegen den russischen Bären. Dann brach die UdSSR zusammen und die Bundeswehr musste sich plötzlich nicht mehr einer Supermacht stellen. Die deutschen Truppen waren nun frei und die liebe NATO kommt bald und sagt: "Ach, habt ihr hier nix mehr zu tun? Dann kommt mal mit, wir brauchen Bündnishilfe" Es ist irrelevant, welche Zustimmung seitens der deutschen Politik an dieser Bündnishilfe fand, aber Deutschland musste sich ihr fügen.

Einem Journalisten zu drohen - das ist eine Bagatelle mMn im Gegensatz dazu. Es ist nicht der feine Ton und gehört sich nicht, aber warum bei Köhler eine Entschuldigung reichen würde, bei Wulff aber nicht ist mir nicht ganz klar.

Es ist nicht nur der feine Ton, es ist ein Angriff auf die Pressefreiheit. So meiner Ansicht nach.
Warum bei Köhler eine Entschuldigung reichen würde? Er führte in seinen Jahren als Bundespräsident eine relativ lupenreine Karriere, er hat sich bewährt. Einen solchen Mann als Politiker möchte ich zumindest nicht verlieren.

Und Wulff: Ich glaube nicht, dass in den Medien Österreichs so stark über ihn diskutiert wird, wie in Deutschland. Seine große Unbeliebtheit bei der Bevölkerung ist durch die Medien maßgeblich provoziert worden: Wie würdest du es denn finden, wenn jeden Tag in den Nachrichten aller österreichischen Sender über das Staatsoberhaupt gesprochen wird; den Mist, den er vor einiger Zeit gebaut hat; seine Versprechungen alle darüber aufzuklären, obwohl das die Medien dann wieder selber tun dürfen, und am nächsten Tag an die alte Meldung 3 neue Worte anzuhängen?

Jedenfalls, für mich steht fest: Er muss zurücktreten, vielleicht sogar von anderer Seite seines Amtes enthoben werden und zur Rechenschaft gezogen werden.

um das klar zustellen, das Grundgesetz ist da in Artikel 87a GG recht eindeutig:
(2) Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt.
.......die "Wahrung von Wirtschaftsinteressen" fällt da wohl eher nicht so drunter
D ist in Afghanistan wegen des NATO-Mandats. okay. das hat Köhler aber auch nicht gesagt. nebenbei: D hätte ruhig auch NEIN sagen können - wie zB in Libyen.
der Bundespräsident der Republik Deutschland, als ihr offizieller Vertreter und Repräsentant, führt also nicht Krieg in Afghanistan? WER DANN SONST? Wer steht denn noch über der Regierung und kontrolliert sie? ohh....der Bundespräsident....

as Bismarck: Bismarck war ein gewieffter Hund. Ohne ihn wäre wohl Wien was heute Berlin ist und ihr hättet nicht Merkel sondern Faymann als Kanzler (und da seid ihr nochmal glimpflich davongekommen)
Wilhelm war ein fester Idiot und grenzdebil.
Die eigentlichen Fadenzieher hinter dem Krieg waren Wirtschafts- u Verteidigungsminister des dt. Reichs.

bei uns in Ö:
wir haben ein wenig eine schwierigere Situation durch eine andere Parteinlandschaft.
Uns fehlt bspw. gänzlich eine FDP und auch die Grünen sind bei uns anders positioniert.
Dafür haben wir zwar eine "freiheitliche" Partei, die aber als "gemäßigt rechtsextrem" angesehen werden kann, bzw. als ultrapatriotisch, sie wirbt selbst mit dem Slogan eine "soziale Heimatpartei" zu sein.... deren Vorsitzender/Spitzenkandidat inszeniert sich als jugendlich und frech - so eine Art Achmadinejadh für Christsoziale Patrioten - und kommt damit interessanter Weise sehr gut an, vor allem bei den Jungen (macht Freibäder-Promo-Tours, tummelt sich in Nachtclubs). Unterm Strich hat er aber keine Konzepte und ist prinzipiell nur dagegen ohne Alternativen anzubieten ("Raus aus dem €" & "unser Geld für unsere Leute" sind ja tolle Slogans, nur net wirklich ein Konzept)
Leider haben auch bei uns viele Leute ihre Bildung aus dem BILD-Pendant, noch mehr sind aber Gewohnheitswähler.
Die Christdemokraten, die sich bei uns Volkspartei nennen hingegen entwickeln sich immer mehr zu einer Privilegierten-, Korruptions-, & Wirtschaftspartei
Die Protestwähler wählen rechts.
Insgesamt hat niemand eine Ahnung, es glaubt aber auch niemand daran dass Ö tatsächlich intl was bewirken könnte, ja der Glaube an die Innenpolitik ist bei vielen sogar schon verloren.
Zusammenfassend muss man aber sagen: Die Politik in Ö - habe in die deutsche nicht sooo oviel einblick muss ich gestehen - macht es kabarettisten schwer ihren job auszuüben, denn - wenn man ausblendet dass diese menschen über das schicksal unserer nation, unseres staates entscheiden - österr. politik ist schon sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr unterhaltsam. von lobbyisten die am telefon mit einem ex-minister darüber beraten wo "ihre leistung gewesen sein könnte" für die sie honorare bekommen haben, oder eine ex-ministerin die unerklärliche 58.000€ überwiesen bekommen hat, aber meinte es sei keine korruption, augenblicklich aber 48.000€ davon zurücküberwies; größenwahnsinnige Landeshauptleute, eine nicht endedne Debatte ob die Zeile "Heimat bist du großer Söhne" gender-inkonofrm ist und ob es "...großer Töchter, Söhne" oder "..Töchter und Söhne" heißen sollte, etc....

Zur Frage wie ich es finden würde. Das österreichische Staatsoberhaupt erfülllt nur eine Funktion: Die Regierung anzugeloben. Es hat de facto noch weniger Macht u wie sich immer wieder zeigt noch viel weniger EWinfluss als zB das deutsche. Zusätzlich ist unser BP...naja-----wenn der sagen würde, dass er sich noch nie der Korruption schuldig gemacht hätte, würde ich es ihm glauben - nicht weil ich ihm so stark vertraue, mehr weil er so herrlich trollig harmlos und langsam ist^^
 
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2530 on: January 14, 2012, 09:42 pm »

Quote
um das klar zustellen, das Grundgesetz ist da in Artikel 87a GG recht eindeutig:
(2) Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt.
.......die "Wahrung von Wirtschaftsinteressen" fällt da wohl eher nicht so drunter
D ist in Afghanistan wegen des NATO-Mandats. okay. das hat Köhler aber auch nicht gesagt. nebenbei: D hätte ruhig auch NEIN sagen können - wie zB in Libyen.

Genau das meinte ich ja - Imperialismus IST gegen das GG, praktiziert wird das aber trotzdem und Köhler hätte das aufdecken können! So wars aber nur ne Äußerung einer Privatperson, die das nicht mal zu verschulden hat!
Ja in Libyen hat das sehr gut geklappt...wusstest du nicht, dass anstelle von Militäreinheiten Helis mit Spezialausrüstung zur Luftaufklärung von uns da runtergeschickt wurden? Also keine Soldaten, stimmt schon, aber eben Aufklärer :D
Köhler hatte eig keine Macht, der BPräsident ist in D zmd. außenpolitisch de facto völlig machtlos. Innenpolitisch siehts schon nen bisschen anders aus und das hat Köhler ja auch ab und zu genutzt.

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der Bundespräsident der Republik Deutschland, als ihr offizieller Vertreter und Repräsentant, führt also nicht Krieg in Afghanistan? WER DANN SONST? Wer steht denn noch über der Regierung und kontrolliert sie? ohh....der Bundespräsident....
Also dass Köhler da unten mit Flinte und Sturmhelm rumläuft, ist mir neu...wäre sowieso wohl eher ein Rollen...
Der BPräsident ist wirklich ein Repräsentant des dt. Volkes, oder zmd. als solch einer gedacht, aber ganz im Ernst - den Krieg da unten hat Köhler nun wirklich nicht verzapft. Verhindern hätte er ihn vielleicht können, aber seine "Kontrollfunktion" ist der reinste Witz. Wenn dann hätte der BGerichtshof da mal nen Riegel vorschieben müssen, denn diese müssen auf die Einhaltung des GG achten. Also natürlich nicht nur die. Dass da unten Krieg ist, da haben VIELE Schuld. Den BPräsidenten da als Sündenbock hinzustellen ist einfach, aber wäre nicht wirklich gerechtfertigt/korrekt.

Zu der Ö. Politik...klingt ja sehr...heiter. Ich dachte eig so gehts in der Schweiz zu...naja gut.
"mehr weil er so herrlich trollig harmlos und langsam ist^^" - du weißt aber schon, dass euer BP damit hervorragend das Klischee über Österreich bedient? :D
So wies bei euch ausschaut, könnte es aber durchaus in einigen Jahrzehnten in D aussehen wenn sich nichts ändert...wirklich, der Trend in diese Richtung ist bei uns, meiner Ansicht nach, gegeben.

Noch mal zum Geschichtsunterricht :D
Quote
Wilhelm war ein fester Idiot und grenzdebil.
Wilhelm der II. bitte. Wilhelm I. hat wenigstens Bismarck's Genie erkannt und sich aus der Politik rausgehalten, er war zwar auch nicht wirklich bewandert in Politik etc. aber immerhin hat er dies eingesehen.
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Die eigentlichen Fadenzieher hinter dem Krieg waren Wirtschafts- u Verteidigungsminister des dt. Reichs.
Würde ich nicht 100%ig drauf wetten. Die eigentlichen Organisatoren ja, aber Wilhelm hats auch extrem vorangetrieben mit seinem Militärfetischismus und Extrempatriotismus. Würde mich nicht wundern, wenn von ihm die Idee kam, den Ö. Thronfolger in Sarajevo zu ermorden...
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2531 on: January 14, 2012, 09:48 pm »

Quote
An der Demokratie völlig desinteressiert find ich ein klein wenig übertrieben. Unser alter Wilhelm wollte ein Reich aufbauen, dass auf der ganzen Welt vertreten sein sollte. Durch die jahrelange Verpreußung, die mit Wilhelm II noch stärker zunahm, war das deutsche Volk mit diesem Ziel durchaus einverstanden und auch recht kriegslustig. Der Kaiser zog das Reich in einen Krieg hinein, den das Volk eigentlich nicht wollte. Die Stimmen dagegen waren aber leise, weil die Menschen dachten: "Jo, die Militärs, die Politker und vor allem der Kaiser wissen schon was sie tun"
Märzrevolution, ich schweife lieber ab
Würde ich widersprechen. Bismarck hat quasi die komplette Politik im Staat übernommen, alle Entscheidungen getroffen, unabhängig davon wer im Reichstag saß...Wilhelm I. war eine Marionette, mit nen paar Militärmärschen als Zeichen seiner Macht zufrieden. Somit war die Institution, die das Volk vertreten sollte (der Reichstag) quasi sinnlos, weswegen die Leute sich auch nicht um die Politik (also wie vorher) scherten. Das und natürlich der fleißig geschürte Patriotismus, sowie die Hoffnung auf einen (erneuten) schnellen Sieg führten dazu, dass es gegen den 1. WK kein Widerspruch anfangs gab (Burgfrieden). Dass das Volk quasi demokratisch und politisch unmündig war, zeigt auch meiner Meinung nach sehr gut die Karikatur zur Entlassung Bismarcks. Ich darf an die Bildunterschrift erinnern: "Der Lotse verlässt das Schiff". Genau das war Bismarck unter Wilhelm I.: Der Lotse des deutschen Reiches, auf den sich alle verließen. Nicht der Kaiser. Wilhelm II. war der Kaiser, der dann versucht hat, das Ruder zu übernehmen und Politik und Krieg zu spielen. Natürlich haben sich die Leute dann auch auf ihn verlassen, war er doch schließlich quasi der neue "Bismarck" in den Augen des Volkes - ein starker "Führer".

Zu den fettgeruckten Worten: Da muss ich mich nicht richtig ausgedrückt haben. Ich wollte garnicht Reichskanzler Bismarck oder Kaiser Wilhelm I ansprechen. Mein Beitrag handelte ausschließlich von Wilhelm II. Insofern ist es allerdings richtig, dass Wilhelm II das "Ruder übernehmen" wollte und sich das Volk auf ihn verlassen hatte.

Die Unbeliebtheit kam eher daher, weil er auf die Vorwürfe nicht reagiert hat, sondern die Haltung an den Tag gelegt hat, wie "Leckt mich, ich stehe über euch". So zumindestens denke ich über ihn.

Das ist zum Teil richtig. Den von mir genannten Faktor beziehe ich darauf, dass die Zustimmung gegenüber Wullfs am Anfang dieses Skandals noch recht groß war und erst mit der Zeit, beeinflusst von deinem Standpunkt und der ständigen Aufputschung durch die Medien immer weiter abnahm. Er entschuldigte sich, versprach volle Aufklärung und warf mit seinen sonstigen Äußerungen nur noch mehr Unklarheit auf als zuvor. Er lieferte nur noch mehr Sprengstoff für die Medien und seine Widersacher.

um das klar zustellen, das Grundgesetz ist da in Artikel 87a GG recht eindeutig:
(2) Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt.
.......die "Wahrung von Wirtschaftsinteressen" fällt da wohl eher nicht so drunter
D ist in Afghanistan wegen des NATO-Mandats. okay. das hat Köhler aber auch nicht gesagt. nebenbei: D hätte ruhig auch NEIN sagen können - wie zB in Libyen.
der Bundespräsident der Republik Deutschland, als ihr offizieller Vertreter und Repräsentant, führt also nicht Krieg in Afghanistan? WER DANN SONST? Wer steht denn noch über der Regierung und kontrolliert sie? ohh....der Bundespräsident....

Er kontrolliert die Regierung nicht. Grob formuliert hat er insofern Macht, Gesetze zu legitimieren, im Falle einer verlorenen Vertrauensfrage gegenüber dem Bundeskanzler den Bundestag aufzulösen und das deutsche Volk zu repräsentieren. Klar, letzten Endes muss er für alle Entscheidungen der Minister, des Bundestags und des Bundeskanzlers geradestehen, "führt" auch somit Krieg. Echte Drahtzieher sind aber nunmal die eben genannten Personen, das Parlament und die NATO.

Und bitte, wenn du Republik Deutschland schreiben willst häng doch bitte bitte bitte ein Bundes davor. :D

as Bismarck: Bismarck war ein gewieffter Hund.

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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2532 on: January 14, 2012, 11:08 pm »

den Bund können wir uns sparen, der föderale Charakter Deutschlands ist in diesem Zusammenhang egal.

die Funktion des BP ist aber NICHT aufzudecken. Sondern zu verurteilen. Und diesen Einfluss hat er sehr wohl. Wenn sich Köhler quergelegt hätte, wäre D niemals da runter. Zudem hätte er die Macht gehabt den Bundestag aufzulösen, wenn ein gegen das GG verstoßender Militäreinsatz durch die Regierung beschlossen worden wäre.

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der 1. Weltkrieg brach aus als beide Kaiser in Urlaub waren oder so ähnlich, wenn ich mich recht erinnere....was nicht heißt dass Wilhelm II ein Pazifist war





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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2533 on: January 14, 2012, 11:45 pm »

Quote
der 1. Weltkrieg brach aus als beide Kaiser in Urlaub waren oder so ähnlich, wenn ich mich recht erinnere....was nicht heißt dass Wilhelm II ein Pazifist war
War es nicht Wilhelm II. der diese Hetzrede von seinem Balkon aus geführt hat? Oder war das wann anders?

Quote
Zudem hätte er die Macht gehabt den Bundestag aufzulösen, wenn ein gegen das GG verstoßender Militäreinsatz durch die Regierung beschlossen worden wäre.
Und wer hätte feststellen müssen, dass das gegen das GG verstößt? Bzw. wer hat überhaupt den Einsatz beschlossen? Really, sowohl Exekutive, als auch Judikative und Legislative haben die gemeinsame Schuld. Auch gut finde ich, dass du explizit noch einmal erwähnt hast, dass es nicht die Aufgabe des BP ist, aufzudecken. Da keine andere Institution gesagt hat, dass das Imperialismus ist, was wir da praktizieren, hätte der BPräsident gar nichts machen brauchen. Q.e.d. (=quasi etwas dürftig :D)

Quote
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Au ja. Wenn eine Macht die Koordinaten für die Atomrakten einer anderen Macht schickt, dann ist das natürlich keine militärische Intervention. Ach ja und wenn deutsche Militärhubschrauber den Luftraum aufklären und evtl. feindliche Luftziele an die restlichen NATO-Truppen weiterleiten, dann ist das natürlich ebenfalls keine militärische Intervention. Man schießt ja nicht. Wenn wir gleich beim Thema sind, könnten wir ja auch gleich noch nen komplettes Spionageteam einschleusen, die Positionen der feindlichen Truppen, sowie deren Stärke etc. herausfinden soll...ist ja keine militärische Intervention, die haben ja in der Regel auch keine Waffen! Achja und der Krieg in Afghanistan ist auch kein Krieg, sondern nur ein "bewaffneter Konflikt zur Wahrung der Afghanischen Stabilität"...also echt.
« Last Edit: January 15, 2012, 01:56 am by Shimrra »
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2534 on: February 09, 2012, 12:13 pm »

Ähm, neues Thema ... PS Vita ... genau! Sinnloses Gerät, wer kaufst es sich? :D
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2535 on: February 10, 2012, 11:48 pm »

Ic h baleib beim guten alten PC. Emulator drauf und schonn habe ich ne PS vita^^
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2536 on: February 12, 2012, 11:49 am »

Ich hab mal versucht en Emulator für die PS2 draufzumachen hat aber irgendwie nicht funktioniert xD


So mal aktuelles Thema: Was haltet Ihr von ACTA ?
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2537 on: February 12, 2012, 12:04 pm »

Ich hab mal versucht en Emulator für die PS2 draufzumachen hat aber irgendwie nicht funktioniert xD


So mal aktuelles Thema: Was haltet Ihr von ACTA ?

Ganz großes PFUI!!!

Hoffentlich setzt sich das nicht auch noch durch, das scheint ja knapp werden zu können ...
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2538 on: February 12, 2012, 01:01 pm »

Jeder mit ein bisschen gesunden Menschenverstand ist gegen die ACTA ... wenn die Demonstrationen weiter so anhalten, sehen es hoffentlich die Politiker ähnlich wie ihre Wähler ...
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Re: Das (deutsche) Langeweilietopic
« Reply #2539 on: February 12, 2012, 02:10 pm »

D hat schon lange die Unterzeichnung von ACTA zurückgenommen (gestern um genau zu sein), Polen, Tschechei und Lettland haben auch schon ihre Signatur zurückgenommen. ACTA ist damit fürs erste so gut wie vom Tisch, ist auch richtig so. In Bulgarien und Ö. soll es zu großen Protesten gekommen sein, also werden die das wohl auch bald zurücknehmen.
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